Ode an die Gegensätze

Das “Entweder oder” zerbricht in der Starre
das “Weder noch” vertrocknet im Mangel
das “Sowohl als auch” löst sich auf in der Fülle
darum wähle ohne Qual und Reue

Zeige Respekt vor dem Teil
den Du diesmal ausgeschlossen hast
wissend, dass Du ihm nicht entkommen wirst
und was Du gewählt hast nicht bleiben wird

Erkenne den Preis, den die Wahl Dich kostet
und bezahle mit leichtem Herzen

Verschliesse Dich “dem Anderen” nicht auf längere Zeit
und wenn es Dich doch einholt – das, was Du nicht wolltest
lass das Erschrecken darüber
zum Herold der Botschaft werden, die es in sich birgt

Und lass die Erleichterung dessen
den es verlassen hat, Dein Trost sein

Und wenn es Dich wieder verlässt
das. was Du so gerne hattest
dann lass der Trauer darüber
allen Raum, den sie braucht

Und lass die Freude dessen
zu dem es geht, Dein Leid mildern

Und wisse, dass solange Du da bist
nichts auf Dauer und ganz verschwinden kann
denn nur was fix ist, kann sich wandeln
und nur was sich bewegt
vermag zu bestehen

Christine Bauer Jelinek
gesehen in der Psychotherapie DDr. Ilse Behensky
und Praxis für Entspannung, Aromatherapie und Zeit